Gibt es denn überhaupt Unterschiede zwischen Buchmarketing und Buchvermarktung? Tja, die einen sagen so, die anderen so. Um es gleich festzuhalten: Für mich ist Buchmarketing der Oberbegriff. Er umfasst alles. Doch es ist natürlich schon möglich, Buchmarketing und Buchvermarktung zu trennen. Das sehen wir uns jetzt mal näher an:

Unterschiede zwischen Buchmarketing und Buchvermarktung

Wer auf einer Unterscheidung zwischen den beiden Dingen besteht, definiert in aller Regel so: Buchmarketing ist das, was mehr oder weniger direkt zum Buch gehört. Bei anderen Produkten wären es Verpackung, Inhalt, Aufmachung, Präsentation. Bezogen auf Bücher bedeutet das: Der Klappentext gehört ebenso dazu wie das Buchcover, die gesamte Anmutung des Buches. Kurz, eigentlich alle Produkteigenschaften.

Buchvermarktung dagegen wären Verkaufsmaßnahmen aller Art. Genau das ist für mich der Grund, weshalb ich die beiden Dinge ungern trennen möchte. Denn verkaufen kann ich nur das, was da ist. Und selbstverständlich beginnt Buchmarketing schon in dem Moment, in dem das Buch geplant, dann produziert wird. Da muss ich mir vorab einige Dinge überlegen, die Einfluss auf das Marketing haben werden – ich kann es steuern. Und das finde ich wichtig.

Vorüberlegungen: Was beeinflusst was?

Tatsächlich kann ich auch in Sachen Buchproduktion vorab alles planen, was ich will. Das wird oft unterschätzt, die meisten Menschen denken beim Stichwort „Buch planen“ nur an Inhalte. Das ist allerdings sehr kurz gedacht … Statt dessen sollte ich mir lieber noch ganz andere Dinge vor Augen führen:

Soll das Buch besonders hochwertig sein? Etwa mit wunderbarem Papier, einem hochwertigen Einband? Oder einem Farbschnitt an äußersten Papierrändern? Die können zum Beispiel rot oder golden, wie auch immer farbig sein. Das Buch kann ein Lesebändchen haben. Die Broschur kann ganz verschieden sein, zum Beispiel eingeschlagen. Das Buch kann eine Fadenheftung oder Klebebindung haben. Fadenheftung ist haltbarer, damit hochwertiger. Und beim Papier gibt es riesige Qualitätsunterschiede …

Oder die Frage nach dem Format! Das berühmte Coffeetable-Book gilt per se schon als viel hochwertiger als ein Taschenbuch. Hat dann in aller Regel aber auch Fotos – wer kann so ein Buch produzieren? Spätestens jetzt fallen die bekannten Selfpublishing-Anbieter raus: Entweder bieten sie solche Formate gar nicht erst an. Oder es wird sehr teuer.

All diese Dinge gehören zu den Produkteigenschaften. Und sie bestimmen selbstverständlich darüber, in welchem Markt das Buch angeboten werden soll.
Soll es besonders hochwertig sein, hat es automatisch einen höheren Preis. Und für vieles, was ich oben aufgezählt habe, brauche ich besondere Druckereien. Mit denen sollte ich mich frühzeitig in Verbindung setzen. Die Zielgruppe für ein solches Buch finde ich kaum auf amazon … Ich muss mich also ganz woanders umsehen, vielleicht über Anzeigen in hochwertigen Magazinen nachdenken, Pressearbeit machen.

Tabelle der Möglichkeiten von Buchmarketing und Buchvermarktung

Für mich sind Buchmarketing und Buchvermarktung also nicht zu trennen, denn der Markt, den ich erreichen will, bestimmt sich ja schon über die Produkteigenschaften. Da sind – wie bei allem anderen auch – schon im Vorfeld viele Entscheidungen zu treffen. Und mit denen lege ich mehr oder weniger schon einiges von dem fest, was später zur Buchvermarktung gehören wird: Manche Märkte und Zielgruppen erreiche ich ohne gewisse Produktmerkmale gar nicht erst. Und andere Produktmerkmale werden in bestimmten Märkten eher nicht erwartet: Das Coffeetable-Book für knapp 100.- Euro wird sich auf amazon nicht unbedingt gut verkaufen lassen.

Kurz:

Produkteigenschaften und mögliche Verkaufsmaßnahmen sind so eng verzahnt, dass sich auch Buchmarketing und Buchvermarktung schwer voneinander trennen lassen.

Und was ist mit den Verkaufsmaßnahmen, die möglich sind?

Die sind vor allem eins: absolut individuell – abhängig von Autorin, Autor, Genre, Buch und Thema. Da gibt es ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten. Von Pressearbeit bis Buchblog, Testleserin bis Testimonial, Autorenwebseite bis Newsletter, alle – wirklich alle! – Social-Media-Kanäle, Leseplattformen bis Crowdfunding, podcast bis Interview, Hörbuch bis Video. Das waren noch lang nicht alle Möglichkeiten, die es online gibt.

UND: Die „reale Welt“ eignet sich auch bestens für die Buchvermarktung … Mit Lesungen und Messen, Veranstaltungen aller Art bis hin zu Stadtführungen bei Regionalem, der privaten Gartenparty am Erscheinungstag, dem Quiz für den Krimi oder der Tasse mit einem Buchmotiv zum Verschenken … Auch hier gilt: Das sind noch lange nicht alle Möglichkeiten!

Buchmarketing!

Eine Freundin von mir sagt gern: „Marketing ist immer!“ Weil wir beide selbstständig sind, meint sie in der Regel unser eigenes Business damit. Und so sehe ich das auch – egal, ob ich von meiner eigenen Arbeit spreche oder von den Büchern meiner Kund:innen.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich lieber Buchmarketing sage, sehr selten „Buchvermarktung“. Da spielt – zumindest bei mir – auch noch ein unterschwelliger Effekt rein: Mit „Marketing ist immer“ kann ich mich gut identifizieren. Das kann auch mich einschließen – und genauso sollte es auch sein. Also Soloselbstständige wie als Autorin. „Buchvermarktung“ reduziert alles auf den Verkaufsaspekt. Doch genau das finde ich mit Blick auf Bücher nicht sonderlich glücklich …

Denn DIE Zusatzchance beim Buch liegt – im Gegensatz zu vielem anderen, was vermarktet werden soll – in der Person des Autors, der Autorin. Sie dürfen und sollen nahbar sein, durch ihre Präsenz, ihren Witz oder ihre Ernsthaftigkeit, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit und Fachwissen, gute Recherche oder blühende Fantasie überzeugen. Sie sind präsent – und sollten es auch sein. Genau das kommt für mich mit dem Satz zum Ausdruck:

Marketing ist immer!

Sei es das Gespräch beim Bäcker, wo das eigene Buch mal en passant erwähnt wird. Oder die Mail-Signatur, die bei jeder Mail auf das Buch hinweist … Immer sind Sie damit auch als Autor:in präsent. Und genau so soll es meiner Ansicht nach sein!

Individuelles Marketing

Als Buchhebamme stehe ich ja in erster Linie für Individualität. Und zwar in allen Bereichen: In der Beratung, bei der Planung und Konzeption des Buchs, beim Schreiben. Logischerweise auch für das Buchmarketing. Ganz neu ist mein Angebot Buchmarketing jenseits von amazon. Wichtigster Hinweis hierbei: Bitte so früh wie möglich beginnen!

Buchmarketing und Buchvermarktung. Wo ist der Unterschied? 1

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