Ich schreibe gerade an der Trilogie des Eigensinns. Band eins ist soeben erschienen. Und der heißt „Mein Kompass ist der Eigensinn – Grundlagen, Vorbilder und Nutzen. Ermutigung zum eigensinnigen Schreiben.“ Bestellbar hier.

Warum ausgerechnet Eigensinn?!

Ich bin sicher, dass der Eigensinn – richtig verstanden – uns auf dem direktesten und natürlich rundum individuellen Weg zu uns selbst führen kann. Außerdem kann er uns selbstbewusst(er), freier und glücklicher machen. Und das alles ohne Selbstoptimierungs-Schnickschnack, falsche Versprechungen oder andere hohle Luft. Vor allem, wenn wir beginnen, unseren Eigensinn über das Schreiben zu entdecken. Zugegeben: Das ist nun mal der Weg, den ich am besten kenne. Andere Formen von Kreativität stehen aber in genauso engem Bezug zum Eigensinn wie das Schreiben, gar keine Frage! Wichtig ist: Eigensinn ist immer lebendig, will sich zeigen, nicht selten auch FÜR etwas eintreten … Das alles braucht dringend ein „Ventil“ – und das ist die Kreativität.

Das ist ein Prozess, ein individueller Weg. Und Eigensinn ist vor allem auch deshalb nie „hohle Luft“, weil er auch Arbeit ist, eben ein Prozess. Und zwar einer, für den wir uns ganz bewusst entscheiden müssen. Mindestens ebenso wichtig: Jede/r von uns sollte seinen/ihren Eigensinn möglichst klar respektieren. Dann ist es auch kein weiter Weg mehr dorthin, wo wir gar nicht mehr umhin können, auch den Eigensinn anderer Menschen zu respektieren. Dazu müssen wir uns nur mal ein paar Dinge klar machen:

  • Unser bester Kompass sind wir immer selbst und unser Weg führt uns zu dem, was FÜR UNS Sinn macht. Was natürlich für jede/n etwas anderes sein kann.
  • Orientierung allerdings brauchen wir alle. Heute wohl mehr denn je. Auch unser Gehirn braucht dringend Orientierungspunkte, sonst laufen wir wirklich Gefahr, uns zu verlieren – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
  • Darum ist es nicht unwichtig, sich mal zu überlegen, wie wir uns unsere Geschichte(n) selbst erzählen: Wer ‚Ich‘ sagen kann, ist schon auf dem besten Weg zu seinem Eigensinn.
  • Und: eigensinnig zu sein, funktioniert sogar im Dienst von anderen, von Menschen und von Ideen.

Das ist jetzt arg knapp gefasst. Aber es sind vermutlich die wichtigsten Thesen meines Buchs. Was mich wirklich glücklich macht, ist, dass ich WEISS: Es funktioniert. Habe ich in diesen drei Jahren selbst erlebt. Und ich habe großartige Zeuginnen und Zeugen, literarische Beispiele, eigensinnige Bücher, Formen und Themen, philosophische Gedanken, Geistesblitze und Neuronengewitter gefunden. Die genau das bestätigen, was ich vermutet habe: Der Eigensinn ist der beste Kompass, den wir finden können. Dieser Weg war wirklich, auch für mich, ein echtes Abenteuer. Das hat mich begeistert. Darum halte ich in diesem Buch auch keine Monologe, sondern frage immer wieder – ganz konkret – wie es um den Eigensinn meiner Leserinnen und Leser steht. Das versuche ich gleichermaßen ernst wie spielerisch zu tun. Denn auch das Spielen-Können gehört zu den Möglichkeiten, wie wir unserem Eigensinn auf die Spur kommen können.