Dies ist ein Beitrag, der sich der Aufforderung von Céline Tüyeni verdankt, an ihrer Blogparade „Warum tu ich mir das eigentlich an?“ teilzunehmen. Schönes Thema! Und ich möchte mich tatsächlich nur auf das Bloggen dabei beschränken. Denn ich denke, da bin ich ziemlich speziell. Oder auch gar nicht. Denn meine Blogs sind das beste, haltbarste, flexibelste, selbstbestimmbarste Fundament meiner Selbstständigkeit. Und vielleicht kann ich euch auch noch verraten, wie ich es schaffe, diese Selbstbestimmung – ein wenig tricky – zu Gunsten meiner Selbstständigkeit einzusetzen. Würde mich jedenfalls sehr freuen! Also: Danke für die Einladung, Céline!
Wer übrigens noch an der Blogparade teilnehmen will: Geht bis 31. August 2026 noch hier.
Bist du verrückt?! Fünf Blogs!
Ja, ich bin vermutlich ein bisschen verrückt. Doch gleichzeitig liefern mir meine fünf Blogs auch ziemlich gute Argumente … Also betrachten wir doch bitte zuerst mal all die Vorteile, die ich bei meinen fünfen sehe …
Zum einen sehe ich jeden Blog als Heimathafen – und da bestimme allein ich die Regeln. Damit fühle ich mich rundum wohl. Denn da darf, nein: MUSS ich ICH sagen. Und dieses Ich bin ich als Selbstständige. War schließlich der wichtigste Grund, um vom Angestelltendasein in die Selbstständigkeit zu wechseln: die Möglichkeit zum selbstbestimmten Arbeiten.
In allen Blogs habe ich vollkommene Flexibilität in der Themenwahl. Darum sind sie immer auf die Fragen, Unsicherheiten und Interessen meiner Kundschaft ausgerichtet. Ich kann auch mal kleine Serien schreiben, eine innere Logik aufbauen, wo manches aufeinander verweist … Im jeweiligen Blog. Oder in der Verlinkung untereinander. Das alles bedeutet für mich thematische Freiheit. Und deren Zielrichtung bestimme allein ich. Kein Algorithmus.
Kurz: Blogs schenken mir ein gewisses Maß an Freiheit. Und Selbstbestimmtheit. Und manchmal auch ein Grinsen … Am wichtigsten ist wohl: Individualität und Zielgruppenbestimmung unter einen Hut zu bringen – das war lange Zeit ein riesiges Problem meiner Selbstständigkeit. Aber ich möchte nicht mit Problemen beginnen, sondern mit Netterem:
Meine kleine Familie …
Wer sind denn jetzt diese fünf? Die Buchhebamme steht im Zentrum, mit ihr verdiene ich als Selbstständige mein Geld. Eher historisch zu sehen ist die Seite der Texthandwerkerin. Dort präsentiere ich mich mittlerweile stark über meine Biografie – und alles, was ich jemals rund um Text getan habe. Sozusagen als Bindeglied zwischen beiden ist die edition texthandwerk entstanden – vor allem als Angebot der Buchhebamme an Menschen, die sich wünschen, dass der „Faktor Selfpublishing“ ihrem Buch nicht auf den ersten Blick anzusehen ist. Doch auch die Angebote der Buchhebamme finden sich dort beschreiben. Mehr Eigensinn ist im Prinzip meine Autorenseite … Ich als Autorin der Trilogie des Eigensinns. Und dann gibt es noch das Unruhewerk – älter werden und sichtbar bleiben, mein ganz privater Privatblog …. Mit dem begleite ich aber auch oft und gern, was die Buchhebamme gerade so treibt. Da sind es vor allem die Bücher, die uns verbinden.
Tatsächlich sehe ich in diesen fünf oft als so was wie eine Familie … Die Familie meiner Angebote, Ausrichtungen, Blickwinkel und Facetten.
Das Grinsen
Und manchmal nenne ich es meinen Guerilla-Ansatz … Alle fünf Blogs verweisen stets aufeinander – weil ich sie bei entsprechenden Inhalten miteinander verlinke.
Für Suchmaschinen signalisiert das: Ach, sieh an, diese Website, diese Blogs scheinen relevant zu sein … Denn dafür interessieren sich auch andere. Dass immer ich dahinter stecke, steht zwar im Impressum, scheint der superschlauen KI aber noch nicht bis in letzter Konsequenz klar zu sein … Gut so! Und ich grinse vor mich hin …

Individualität und Zielgruppenbestimmung
Ja, Bloggen ist schrecklich viel Arbeit. Multipliziert mit fünf meistens eine echte Zumutung! Wie oft habe ich schon überlegt, welche Blogs ich endlich mal löschen könnte … Erst mal gar keine!
Denn ich fand und finde es so wertvoll, dass ich mir mit ihnen ein Mini-Online-Universum aufbauen konnte. Und zwar ganz und gar nicht für jede. Oder jeden. Sondern für meine Hauptzielgruppe … Menschen über 50, die Bücher lieben, vielleicht eigensinnig sind und/oder selbst ein Buch schreiben wollen. Denn das war von Anfang an mein Problem als Selbstständige: Fast jeder Mensch möchte gern ein Buch schreiben… Eines Tages. Und wenn ich dann noch dauernd erzähle, wie einfach das mit Selfpublishing geht – dann wird sich so gut wie jeder Mensch mit ein bisschen Fantasie, Lust auf Kreativität und/oder einem großen Erfahrungsschatz, Expertenwissen, einem Lebens-Thema angesprochen fühlen. Als Instrument zur Sichtbarkeit ist ein Buch ohnehin perfekt. Und wer bitte will nicht sichtbar sein/werden? Also: Meine potenzielle Zielgruppe ist riesig. Wie gehe ich damit um?!
Ohne meine Blogs hätte ich bei dieser „Gemengelage“ als Selbstständige nie einen Fuß auf den Boden gekriegt: Zielgruppe? Unüberschaubar. Ziele? Viel zu viele. Angebote? Individuell und vielfältig – äußerst schwer zu packen, kaum so zu beschreiben, dass sich die „richtigen“ Menschen angesprochen fühlen – die, die zu mir passen.
Interessen, Fragen und Werte
Mit jedem meiner Blogs kann ich eine Facette meiner Arbeit in den Fokus rücken. Damit ist jeder Blogbeitrag immer auch ein Teil meiner Interessen, Fragen und Werte. Das war mir von Anfang an wichtig. Hat aber immer nur in den Blogs funktioniert – da, wo kein Algorithmus mir reinquatschen will. Und wenn mir dann die Arbeit mal wieder zu viel wurde, kam doch früher oder später wieder dieses Grinsen um die Ecke: Ich bin nicht auf euch angewiesen, ihr großen SoMe-Maschinen! Das gab und gibt mir immer wieder Auftrieb, Anschub, Motivation …
Ehrlich gesagt, habe ich mich auch nie ernsthaft mit Zugriffszahlen und anderen Mess-Parametern beschäftigt. Denn mein Ziel kann kein Messgerät der Welt abbilden: Erreiche ich die richtigen Menschen mit meinen Blogbeiträgen? Okay okay, es gibt Zielgruppen-Aufschlüsselungs- und -Messungstools. Aber erstens bin ich ganz klar Text- und nicht Zahlenmensch. Und zweitens ginge mir mit solchen Verfahren die Flexibilität flöten… Bis ich all das gemessen, ausgewertet und angepasst habe, hat meine Zielgruppe schon wieder ganz andere Interessen, Unsicherheiten und Fragen … DARAUF will ich reagieren! Allein darauf! Das ist fassbar und konkret, bringt praktischen Nutzen …
Im Nachhinein weiß ich: Das war das stärkste Argument, das mich immer wieder davon abgehalten hat, auch nur einen meiner Blogs zu löschen. Denn die Buchhebamme will nichts lieber, als konkreten Nutzen zu bieten. OHNE jemanden durch Raster zu zerren, ihm Bedürfnisse „einzureden“, potenzielle Kundinnen und Kunden dort zu packen, wo es wehtut … kurz gesagt: schlechtes Marketing. Da sehe ich meinen Weg als „Gegenentwurf“: Ich biete mich selbst an, mein Älterwerden, meine Erfahrungen, meinen Eigensinn, meine Beobachtungen … Wer sich damit identifizieren kann, wird bei mir bleiben. Mehr braucht es nicht, es ist hoch individuell. Und dafür ist ein Blog genau das richtige Format. Ich werde also den Teufel tun und diesen Zugang aufgeben! Lieber verlasse ich LinkedIn und Co. Facebook und Instagram sind bereits stillgelegt. Die alle bieten mir eben nicht das, was ich hier zu beschreiben versuche. Viel Kundschaft brauche ich ohnehin nicht, Klickzahlen sind mir egal … Viel wichtiger ist, dass die „richtigen“ Menschen zu mir finden.
Ganz ohne Anbindung an Messbarkeits-Parameter ging es dann natürlich doch nicht … In all meinen Blogbeiträgen stecken massenweise SEO-Begriffe, in ständig überarbeiteten Listen von mir jeweils den aktuellen Themen angepasst, wieder und wieder überarbeitet. Alles in Hand- bzw. eigener Kopfarbeit.
Und die Chancen!
Ja! Bloggen war und ist viel Arbeit! Aber damit gebe ich mir auch ständig neu die Chance, mich selbst, meine Angebote und die Aktualität der Positionierung von Grund auf zu prüfen. Kurz: flexibel zu bleiben, manchmal auf Trends zu reagieren, häufiger noch meine eigenen Werte neu und anders zu beleuchten, am häufigsten auf Kundeninteresse einzugehen. All das steht dann eben nicht als Einzelposts unverbunden im Netz rum, sondern lässt sich verknüpfen, verbinden oder auch mal gegenüberstellen, abwägen. Ich schaffe damit meinen eigenen Kosmos – an Informationen wie an Sinnzusammenhängen. Das Schönste finde ich: Diese Zusammenhänge sind organisch gewachsen, ganz und gar aus meiner Entwicklung heraus. Oder parallel dazu.
Und siehe da: Meine Rechnung ging auf! Und das sogar noch in der KI-Welt – mit der ich mich nur mal kurz befasst habe, um sie dann für mich ad acta zu legen … Doch natürlich habe ich mich sehr gefreut, als eine Kundin erzählte, dass niemand sie so gut kenne wie „ihr Chatty“. Und Chatty habe ihr die klare Empfehlung ausgesprochen, sich unbedingt an die Buchhebamme zu wenden. Wir haben es geprüft – und tatsächlich, alles passte: Ja, sie will ein erzählendes Sachbuch schreiben – eine meiner „Spezialitäten“. Ja, sie ist nicht mehr ganz jung und kann viel mit dem Wort Eigensinn anfangen. Sie sucht nach ihrem ganz individuellen Weg, nach ihrer Stimme. Und die Kreativität des Schreibens ist ihr wichtig. Bingo! Meine ideale Kundin, wie ich sie kaum besser hätte beschreiben können.
Damit bleibt jeder Blog für mich das ideale Instrument. Für eine Individualität – die sich entfalten kann, ohne nach Algorithmen schielen zu müssen. Und wenn am Ende KI bzw. der Algorithmus nach MIR schielt – umso besser! (Grins!)
Selbstständig ohne Blog? Undenkbar!
Als Selbstständige hätte ich mir mein berufliches Überleben ohne Blog(s) zu keinem Zeitpunkt vorstellen können. Selbst, wenn ich dauernd über all die unbezahlte Zeit geflucht habe, die das – notwendig – regelmäßige Verfassen der Beiträge kostet. Genauso regelmäßig bekam ich aber beim Schreiben die Bedürfnisse meiner Klientel besser aufgedröselt … Nicht selten entstanden daraus neue, noch konkretere Angebote. Und ich entdeckte gute Argumente für das nächste Kundengespräch … Wenn das keine Win-Win-Win-Situation ist, weiß ich auch nicht!
Wollte ich je mit dem Bloggen aufhören?
Ja. Tausendmal. Oft bin ich quasi gegen mich selbst als Arbeitgeberin in Streik getreten. Nein! Ich blogge nicht! Oder bin schier unter all den Ansprüchen zusammengebrochen: Die Arbeit an Büchern im Kundenauftrag UND Bloggen. UND alles andere … Unmöglich! Doch am Ende war die Sache ganz einfach: Ein Blog kann immer warten. Und Kundenaufträge gehen immer vor. Dann steht eben mal zwei Monate nichts Neues im Blog – so what! Mein Hafen, meine Regeln!
Lang lebe der, die, das Blog!


